Zentrum für Entrepreneurship

Ein Blick gen China

05.04.2019

Zentrum für Entrepreneurship der Uni Kiel plant Kooperation im Bereich universitäre Ausgründungen mit Partneruniversität Zhejiang in Hangzhou, China

Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) verbindet seit 1986 eine Partnerschaft mit der renommierten chinesischen Zhejiang-Universität (ZJU). Es existieren Kooperationen im Bereich Lehre und Forschung, insbesondere durch das Chinazentrum der CAU unter der Leitung von Professorin Angelika Messner. Schwerpunkte sind die Bereiche Medizin, Meereswissenschaften und Rechtswissenschaften. Nach dem Besuch einer Delegation mit Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther und CAU-Präsident Professor Lutz Kipp im September 2018 erweitert jetzt das Zentrum für Entrepreneurship (ZfE) der Universität Kiel die bestehende Zusammenarbeit um den Bereich universitärer Ausgründungen. Dazu reiste eine Delegation mit Mitgliedern des ZfE, des Kieler Drohnen-Startups Orthodrone GmbH und der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WT.SH) in die schleswig-holsteinische Partnerregion Zhejiang.

 

Hangzhou International Talents Entrepreneurship & Innovation Park

Bauplanung der ZJU

(Bauplanung der Zhejiang-Universität)

Technologietransfer nimmt an der ZJU einen hohen Stellenwert ein. So entsteht derzeit ein universitätseigener Innovationspark, der Hangzhou International Talents Entrepreneurship & Innovation Park. Hier entsteht auf knapp 4.000 Quadratmetern ein Zentrum, in dem Themen wie Transfer und Ausgründungen explizit für internationale Studierende, Alumni, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Unternehmen bearbeitet werden. Neben Arbeitsplätzen stehen den Entrepreneuren Service-Einrichtungen zur Verfügung, außerdem Wohnraum und Freizeitangebote.

„Die Zhejiang-Universität bietet ideale Voraussetzungen für einen internationalen Austausch im Bereich Gründungen.“

Dr. Anke Rasmus, Leiterin des ZfE an der CAU

Startup-Konferenz „Believe in the future“

StartUp Konferenz China 2019

(Auf der Startup-Konferenz „Believe in the future“: Hr. Wang (SHBC), Hr. Decker (WT.SH), Hr. Shao (Hangzhou Daily, Organisator der Konferenz), Fr. Knapp (ZfE), Fr. Dr. Rasmus (ZfE), Hr.Teege (Orthodrone GmbH))

Neben dem Besuch der Partneruniversität stand für die Kieler Delegation ein Treffen mit der regionalen Startup-Szene auf dem Programm. Höhepunkt der Reise war die Teilnahme an der Startup-Konferenz der Hangzhou Daily unter dem Motto „Believe in the future“, bei der sich Investoren mit Startups trafen. Zudem wurden gründungsunterstützende Einrichtungen in der Region für ihre Arbeit ausgezeichnet. Technologisch richten sich die ansässigen Startups größtenteils auf die Bereiche „Künstliche Intelligenz“, „Virtual Reality/Augmented Reality“, „Internet of Things“ und Telekommunikation aus, aber auch die Entwicklung von und Dienstleistungsangebote für Drohnen stehen im Fokus vieler Startups. Julian Teege kann sich daher gut vorstellen, die Region in naher Zukunft mit seinen Mitgründern von der Orthodrone GmbH noch einmal zu besuchen, um den Austausch mit den dortigen Drohnen-Herstellern und Startups zu intensivieren.

„Daraus könnten sich dann wieder neue technologische Ideen für Schleswig-Holstein entwickeln, die wir mit der Expertise von CAU Forscherinnen und Forschern verbinden können.“

Katharina Knapp, Mitarbeiterin am ZfE für das Projekt „Technology Entrepreneurship“

Kooperationspotential mit Handelsministerium der Provinz Zhejiang

Working Lunch China 2019

(„Working Lunch“ mit Vertretern des Handelsministeriums der Provinz Zhejiang: Hr. Wang (SHBC), Hr. Decker (WT.SH), Hr. Chen (Handelsministerium der Provinz Zhejiang), Fr. Dr. Rasmus (ZfE), Hr. Wang (SHBC))

Bei Gesprächen mit Vertretern des Handelsministeriums der Provinz Zhejiang wurde die Zusammenarbeit im Bereich universitärer Ausgründungen besprochen. Die deutsche Außenhandelskammer in Shanghai ebenso wie das Schleswig-Holstein Business Center (SHBC) der WT.SH in Hangzhou haben sich angeboten als starke Partner vor Ort mögliche Kooperationen anzubahnen und zu unterstützen. Der hohe politische Stellenwert von Gründungen und Startups in China spiegelt sich auch in der Vielzahl von staatlichen und privatwirtschaftlichen Technologieparks und Inkubatoren in Hangzhou wider. Ein Beispiel dafür ist das von der Stadtregierung unterstützte Zentrum „Dream Town“, in dem Startups teils kostenfrei Büros zur Verfügung gestellt werden und mehrere Inkubatoren angesiedelt sind. Ein ähnliches Konzept verfolgt der „Hangzhou High-Tech Enterprises Incubation Park“. Die Initiatorin des Gründerzentrums bietet den ansässigen Startups Arbeitsplätze, Beratung und Finanzierung und arbeitet bereits mit verschiedenen internationalen Partnern zusammen. Auch hier konnten viele Anknüpfungspunkte für eine mögliche Kooperation identifiziert werden.

Ein Gegenbesuch einer chinesischen Delegation ist für den Herbst dieses Jahres geplant.

Quelle: https://www.uni-kiel.de/de/universitaet/detailansicht/news/090-ein-blick-gen-china/