Zentrum für Entrepreneurship

Interview mit runpat


runpat-team

Das Projekt runpat wurde vom  Zentrum für Entrepreneurship (ZfE)  bereits erfolgreich bei der Antragstellung für das EXIST-Stipendium unterstützt. 
Die Erfahrungen aus der Antragsphase bis zur Gründung des Unternehmens schildern nachfolgend Roland Beutel und Holger Gerken (September 2013). 
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Was ist runpat? Stellt Euch bitte kurz vor.

runpat ist eine Software, die die Entwicklung eigener Geschäftsideen und die strukturierte Ausarbeitung von Geschäftsmodellen unterstützt. Wir wollen mit unserer Software Geschäftsmodelle in Form von anschaulichen Visualisierungen auch branchenübergreifend leicht verständlich werden lassen. Dabei sprechen wir Gründer bzw. Start-ups an, die wir insbesondere über Institutionen zur Förderung von Gründern, zu erreichen versuchen.

 

Wie seid Ihr auf diese Geschäftsidee gekommen?

Während des Studiums kam die Idee auf, etwas Eignes zu entwickeln, woraufhin wir in unzähligen Wohnzimmersessions  die Idee von runpat entwickelt  haben. Mit dem ersten Gründerstipendium der Innovationsstiftung Schleswig-Holstein (ISH) zogen  wir in unser eigenes Büro und konnten uns somit bessere Arbeitsbedingungen schaffen. Seit wir das EXIST-Gründerstipendium haben, arbeiten wir alle Vollzeit an unserem Start-up. Von der ersten Idee bis zum eingetragenen Unternehmen sind dann doch fast drei Jahre vergangen.

 

Wie viel Zeit habt Ihr in die Ausarbeitung des Exist-Antrages investiert und welche Hürden hattet Ihr zu überwinden?

Wir haben ungefähr zwei Monate an dem Antrag gearbeitet. Die erste Hürde bestand darin überhaupt von dieser Förderung zu erfahren. Wir wurden bspw. von unserem Wirtschaftsinformatikprofessor Dr. Andreas Speck beraten und über EXIST aufgeklärt. Aber auch die Antragstellung an sich war schon eine Herausforderung. In dieser Zeit war uns Frau Buda vom  ZfE eine sehr große Hilfe.

 

Wie man sieht habt Ihr die ersten Hürden erfolgreich genommen. Welche Tipps könnt Ihr zukünftigen EXIST-Stipendienbewerbern geben?

  • Das Team ist das Wichtigste. Das muss passen. Der Projektträger legt auch viel Wert darauf, wie das Team zusammen gestellt ist. Es sollten komplementäre Fähigkeiten und Kompetenzen im Team vorhanden sein.
  • Ein mehrköpfiges Team ist auch  insofern besser, da nicht nur ein enormer Aufwand in der Antragstellung steckt, sondern auch in der Organisation des zukünftigen Unternehmens. Hier sind besonders BWL-Kenntnisse gefragt.
  • Bei Abstimmungen haben wir durch unsere Dreier-Konstellation immer ein eindeutiges Ergebnis. Die Entscheidung trägt dann trotzdem das gesamte Team.
  • Gerade bei geringer oder gar keiner Berufserfahrung der Absolventen wird besonders darauf geachtet, dass sich die Bewerber bereits während ihres  Studiums mit ihrer Geschäftsidee detailliert auseinander gesetzt haben.

 

Was war für Euch das Besondere an dem EXIST-Gründerstipendium?

Durch das Stipendium hatten wir die Chance unser Konzept in Ruhe auszuarbeiten und mit über 100 Test-Kunden – von Student bis Manager – in Kontakt zu treten. Durch deren Kritik konnten wir unser eigenes Produkt  verbessern und unsere erste Beta-Version, die seit den 0 7.08.2013 auf dem Markt ist, entwickeln. Und nicht zu vergessen, dank finanzieller Mittel von EXIST können wir uns unter anderem juristischen Rat heranholen.

 

Habt Ihr eigentlich an einem Weiterbildungsseminar oder an anderen Angeboten des ZfE- und des EXIST-Netzwerkes teilgenommen?

Ja, neben einem  Einführungs-Workshop, wurden wir auf die „Junge IKT Messe“ April diesen Jahres in Berlin eingeladen. Dort haben wir unseren ersten eigenen Messestand betreut. Nach verhaltenem Start in den ersten zwei, drei Stunden entstanden viele gute und intensive Gespräche mit potenziellen Kunden. Das war eine besondere Erfahrung für uns, da wir zu dieser Projektphase bereits Zugang zu einem Auditorium bekamen, das wir ohne diese Messe nicht erreicht hätten. Ein weiterer kleiner Benefit ist, dass wir mit der EXIST-Förderung als Auszeichnung werben dürfen. So konnten unsere Kunden sehen, dass wir qualitätsgeprüft sind. Das weckt Vertrauen, was bei einem Start-up äußerst wichtig  ist.

 

Hattet Ihr Bedenken bei Eurem Gründungsprojekt?

Natürlich hatten wir Bedenken. Nach dem Auslaufen des ersten Stipendiums hatten wir Angst davor, dass unser angefangenes Projekt im Sande verlaufen könnte, falls wir keine Anschlussfinanzierung bekommen sollten. Holger hat einen besonders kühlen Kopf bewahrt, obwohl er neun Monate zwischen den beiden Stipendien überbrücken musste. Die EXIST-Förderung steht den Stipendiaten ja erst zur Verfügung, wenn die Mehrzahl der Teammitglieder ihr Studium abgeschlossen hat. Darüber hinaus fühlten sich einige Feedbacks von unseren Test-Klienten ganz schön ernüchternd an. Da runpat unser „Baby“ ist, ist es manchmal auch nicht so leicht, Kritik nicht persönlich zu nehmen. Aber das lernt man mit der Zeit und versteht, dass die echte Kritik hilft, etwas zu verbessern .

 

Was war bisher Euer größtes Erfolgserlebnis?

Das Beste war natürlich die Gründung unserer GmbH. Unser Name im Handelsregister macht dieses Unternehmen noch greifbarer. Allerdings sind die im ersten Augenblick unbedeutenden Erlebnisse jene, die uns wirklich voran gebracht haben, wie zum Beispiel der erste persönliche Kundenkontakt. Sich zwei Stipendien zu verdienen macht uns stolz, aber gutes Feedback zu erhalten, ist der Beweis, dass unser Unternehmen auch Zukunft hat.

 

Was ist aus Eurer Sicht das Beste an einer Unternehmensgründung?

Wie wohl fast jeder Unternehmer sagen würde: Die Entscheidungsfreiheit ist das Schönste; aber auch die Vielfältigkeit der Aufgaben in einem Start-up. Roland Beutel hat bereits als Angestellter in zwei Start-ups gearbeitet. Aber das ist natürlich etwas anderes. Jetzt trägt man die gesamte Verantwortung allein.                 „Alles was passiert, passiert, weil du es entschieden hast.“ (Holger Gerken)

 

Wie sehen Eure nächsten Schritte aus?

Unsere runpat Beta-Version auf den Markt zu bringen war ein großer Meilenstein. Jetzt wollen wir noch unseren Bekanntheitsgrad steigern, da wir auf jeden Fall zukünftig weiter wachsen wollen: Wir konnten in diesem Monat bereits unseren dritten Praktikanten im Team begrüßen und bauen gerade die Kapazitäten im Büro auf insgesamt 7 Arbeitsplätze aus. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl die Verantwortung für ein wachsendes Team zu übernehmen. Natürlich ist es sinnvoll einen Moment zu verharren und zuzuschauen wie das Produkt aufgenommen wird, aber es gibt natürlich schon weiterführende Pläne. Wir haben so viele Ideen für runpat, die wir noch umsetzen möchten. Und genau darin sehen wir auch eine Herausforderung: Als Gründer muss man priorisieren und sich fokussieren.

 

Vielen Dank für das Interview und die vielen Tipps für zukünftige Stipendienbewerber. Wir wünschen Euch weiterhin viel Erfolg mit runpat.


                           runpat


Wer weitere Informationen zu runpat lesen oder in Form eines Videos ansehen möchte, findet diese auf der Hompage von runpat oder im Gründerblog.

 Kürzlich wurde ein Artikel über runpat in den Kieler Nachrichten und ein Beitrag bei deutsche-startups.de veröffentlicht.